...worum es geht !

Die menschliche Persönlichkeit und deren Entwicklung ist eine sehr komplizierte Angelegenheit.

Unstrittig ist, dass es sich bei den Entwicklungsprozessen um eine Interaktion, also ein Zusammenspiel zwischen biologisch-genetischen Veranlagungen und Umwelteinflüssen handelt. Jeder Teil für sich genommen führt nicht zwingend und unmittelbar zu bestimmten Eigenschaften. Sondern die Reaktion des einen Teils (Umwelt) auf entsprechende Veranlagungen steuert die Entwicklung einer menschlichen Persönlichkeit.

Unstrittig ist weiterhin, dass die Persönlichkeitsentwicklung bereits in der Kindheit ihre Wurzeln hat. In diesem Forschungsprojekt soll die entwicklungspsychologisch sehr bedeutsame Theorie des Bindungsverhaltens zwischen alleinerziehenden Vätern und Kindern untersucht werden.

Die gesamte Bindungsforschung der letzten Jahre betont immer wieder den entscheidenden und größten Einfluss der Mutter auf die soziale Entwicklung des Kindes. Der Einfluss des Vaters wird dabei als eher gering oder schlimmstenfalls als negativ-hemmend angesehen.

Angesichts der in den letzten Jahren ständig zunehmenden Scheidungsraten und auch allgemeinen Veränderungen in der Gesellschaft (Väter können Erziehungsurlaub nehmen) stellt sich nun die Frage, wie groß der Einfluss alleinerziehender Väter auf die psychosoziale Entwicklung von Kindern ist.

Kann also die einflussreiche Rolle der Mutter heute auch durch Väter übernommen werden ?

Bindungsqualität als Persönlichkeitsmerkmal erweist sich als relativ stabil gegen Veränderung, so das eine vorerst einmalige Nachbefragung in dem hier gewünschten Rahmen als ausreichend betrachtet werden kann. Eine Kontrollgruppe alleinerziehender Mütter oder Kinder mit beiden Elternteilen in der Familie ist zur statistischen Absicherung erforderlich.

Ziel des Forschungsprojekts

Im Mittelpunkt des Projekts soll die Klärung der Frage stehen, ob der Einfluss alleinerziehender Väter auf die Entwicklung ihrer Kinder unterschiedlich zu dem bereits ausreichend bekannten Mutter-Kind-Verhältnis ist oder diesem gleichgesetzt werden kann. Diese Frage ist bisher kaum überprüft worden. Ihre Beantwortung könnte die Bindungsforschung um einen aktuellen Aspekt erweitern.